Ball liegt bei der Stadt und den Detaillisten

Das Projekt «z’Langetu – Märitgass 2020» zur Belebung des Langenthaler Stadtzentrums erreicht einen ersten Meilenstein. Die Handlungsfelder sind definiert, die zuständigen Gremien für die einzelnen Handlungsfelder ebenfalls. Der Ball liegt jetzt hauptsächlich bei der Stadt und den Detaillisten, die bis spätestens in einem Jahr die meisten, der im finalen Dossier definierten Massnahmen umsetzen müssen.

(Bild: Walter Ryser) Laut der Retail Impulse GmbH verfügt die Märitgass über ein grosses Potential, das in den nächsten Monaten gezielt entwickelt und gefördert werden soll, um die Besucherfrequenz im Zentrum von Langenthal zu erhöhen.

(Bild: Walter Ryser) Laut der Retail Impulse GmbH verfügt die Märitgass über ein grosses Potential, das in den nächsten Monaten gezielt entwickelt und gefördert werden soll, um die Besucherfrequenz im Zentrum von Langenthal zu erhöhen.

Es tut sich etwas in der Langenthaler Märitgass. Für die Bevölkerung sind die Aktivitäten zwar noch nicht sichtbar, doch hinter den Kulissen sind die Arbeiten am Projekt «z’Langetu – Märitgass 2020» weiter fortgeschritten. Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der Stadtvereinigung, der Stadt Langenthal, des Gewerbevereins und des SC Langenthal haben unter der Federführung der Retail Impulse GmbH aus Basel ein finales Dossier erstellt, in dem diverse Massnahmen zu Belebung des Langenthaler Stadtzentrums enthalten sind.

Kurzer Rückblick: Das veränderte Kaufverhalten der Konsumenten, der stetig wachsende Online-Handel sowie der Grenztourismus haben auf die Retail-Branche Auswirkungen, auch in Langenthal, wo man, wie in vielen andern Städten auch, einen Rückgang der Kundenfrequenz, aber auch einen Umsatzverlust beklagt und nicht zuletzt Leerstände von Ladenflächen verzeichnet. Die aktuelle, durch den Strukturwandel geprägte Situation hat die Stadtvereinigung Langenthal (SVL) dazu bewogen, bei der Retail Impulse GmbH aus Basel externe Hilfe anzufordern. Vordringlichste Aufgabe ist es, Handlungsfelder und Massnahmen für eine nachhaltige Entwicklung der Begegnungszone im Zentrum von Langenthal zu definieren und gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe das Projekt umzusetzen.

Acht Handlungsfelder definiert
In sechs Workshops wurde das Thema «Langenthal als Produkt» intensiv diskutiert und die daraus resultierenden Handlungsfelder erarbeitet. Ein Rundgang durch das Zentrum von Langenthal zeigte den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, dass ein grosses Potential zur Erreichung der Aufgabenerfüllung vorhanden ist, welches bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Im Fokus der Arbeitsgruppe steht das Ziel, die Marktgasse mit ihrer Zentrumsfunktion zu etablieren und als den wichtigsten Einkaufsort in der Region mit grosser «Strahlenwirkung» zu positionieren. Dabei geht es konkret um die Erfüllung von vier Komponenten: Gastfreundschaft; eine hohe Aufenthaltsqualität für Besucher, eine lange Aufenthaltsdauer und eine generelle Erhöhung der Besucherfrequenz.

Insgesamt hat die Arbeitsgruppe acht Handlungsfelder definiert: Mobilität und Erreichbarkeit; Aufenthaltsqualität, Immobiliennutzung; Veranstaltungen in der Märitgass fördern; Entwicklung des Service-, Detailhandels- und Gastronomieangebots; Marketing und Kommunikation; Netzwerke gestalten und leben und Stadtentwicklung. Für die einzelnen Handlungsfelder sind in der Folge verschiedene Massnahmen erarbeitet worden. So soll beispielsweise beim Handlungsfeld Mobilität und Erreichbarkeit ein Parking-Konzept, welches die Gastfreundschaft von Langenthal unterstreicht, realisiert werden. Erreichen will man dies etwa durch eine Harmonisierung der Parktarife, eine Stunde kostenloses Parken für Kunden, elektronische Bezahlmöglichkeiten, Parkfelder für Fahr-, Motorräder und Roller oder ein Parkleitsystem, welches die Besucher von Langenthal zum nächsten, zentrumsnahen Parkplatz führt.

Gastfreundschaft fördern
Beim Handlungsfeld Aufenthaltsqualität werden Ladenbesitzer angewiesen, Infrastrukturarbeiten in der Märitgass vor den Ladenöffnungszeiten zu beenden (Unterhalt, Pflege, Abfallentsorgung), soll ein kostenloser Internetzugang im Zentrum von Langenthal realisiert werden, aber auch Sitzgelegenheiten, ein Spielplatz für Kinder sowie zeitgerechte Sanitäreinrichtungen sollten den Besuchern zur Verfügung stehen. Beim Handlungsfeld des Service-, Detailhandels- und Gastronomieangebots setzt man auf Gastfreundschaft und sieht vor, für Detaillisten und Gastronomiebetriebe ein Ausbildungsprogramm «z’Langetu – Märitgass 2020» anzubieten, aber auch eine Befragung bei den Langenthalern durchzuführen, um zu ermitteln, welche Erwartungen an die Märitgass gestellt werden. Im Handlungsbereich Marketing und Kommunikation ist eine Social-Media-Offensive als Massnahme vorgesehen, eine rundum Vermarktung der «Leuchtturmaktivitäten» sowie die Erstellung eines Veranstaltungsplans. Für die Umsetzung der einzelnen Massnahmen sind vorwiegend die Stadt Langenthal sowie die Stadtvereinigung Langenthal zuständig.

Peter Frei, Präsident der Stadtvereinigung Langenthal, zeigte sich erfreut darüber, dass man dieses Projekt lanciert hat. «Ich bin sicher, dass wir uns damit auf dem richtigen Weg befinden, auch wenn wir uns bewusst sind, dass nicht alle Massnahmen sofort umgesetzt werden können», bemerkte er. Aber die Bereitschaft der Mitglieder, bei diesem Projekt mitzuwirken, sei spürbar vorhanden. «Deshalb glaube ich, dass wir bis in einem Jahr erste, klar ersichtliche Resultate werden vorweisen können», zeigte er sich zuversichtlich, was die Umsetzung des Projekts anbelangt.

Sämtliche Massnahmen wurden einer Prioritätsstufe (A oder B) zugeordnet. Insgesamt sind 20 Massnahmen definiert worden (13 A- und 7 B-Massnahmen). Anschliessend wurde für die einzelnen Massnahmen ein Zeithorizont festgelegt. Dieser sieht vor, dass bis Ende September 2017 ein Zwischenbericht über den Stand der Prioritäten A vorliegen soll. Bis März 2018 ist ein weiterer Zwischenbericht über den Projektstand mit den Prioritäten A und B terminiert und auf Ende Oktober 2018 ist der Schlussbericht vorgesehen.

Walter Ryser

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